Wäre Drogen legalisieren die Lösung?

Der Kampf gegen die Drogen kostet weltweit Milliarden. Erst vor wenigen Tagen habe ich eine Meldung gelesen, wonach die USA Mexiko eine Viertelmilliarde Dollar für den „Drogenkrieg“ bezahlt. Doch auch bei uns entstehen massive Kosten. Praktisch jede Woche berichten wir am Sender von Drogenhändlern. Dutzende Polizisten, Staatsanwälte, Anwälte, Richter, Gefängniswärter und so weiter müssen sich mit solchen Fällen auseinandersetzten.
Häufig hat man dabei das Gefühl, dass Drogendealer häufig auf die selbe Stufe wie Gewalttäter und Vergewaltiger gehoben werden. Aber wie funktioniert der Drogenhandel? Es gibt jemand, der freiwillig die Drogen produziert, jemand, der die Drogen freiwillig von einem Land ins andere transportierten und es gibt jemand, der die Drogen absolut freiwillig konsumiert. Niemand wird gezwungen Drogen zu sich zu nehmen.
Natürlich ist der Drogenhandel ein Milliardengeschäft. Dies aber nur, weil es illegal ist. Mexiko hätte keinen Drogenkrieg, wären die Drogen legal. Aber warum kriminalisieren wir die Drogen weiterhin?

Droge ist nicht gleich Droge
Rationelle Gründe dafür gibt es kaum. Denn die Auswahl zwischen guten und schlechten Drogen geschieht rein zufällig. Marihuana wird dagegen bekämpft. Alkohol und Tabak sind etwa legal. Aber auch durchs rauchen und den Alkoholmissbrauch sterben jährlich über 10’000 Personen. Mit Ausnahme eines verbesserten Jugendschutzes wird kaum etwas dagegen unternommen, den Verkauf und Konsum einzuschränken. Warum? Weil es in der Verantwortung jedes einzelnen liegt. Niemand wird gezwungen Alkohol bis zum buchstäblichen Unfallen zu trinken. Es wird auch niemand gezwungen zu rauchen. Warum gilt dies dann aber nicht auch für die anderen Drogen?
Warum wird eine ganze „Branche“ verteufelt, wenn letztlich der Konsument es freiwillig macht? Wurde je ein Student dazu gezwungen einen Joint zu rauchen (natürlich abgesehen von vielleicht seinem eigenen Umfeld)? Stand der Dealer mit einer Pistole vor dem Banker und zwang ihn so, Koks zu schnupfen? Wohl kaum.

Umdenken in Gesellschaft nötig
Das Problem an den Drogen sind die gesellschaftlichen Konventionen. Drogen verführen dich aus dem Alltag und machen die lockerer. Das darf natürlich nicht sein. Es darf auch nicht sein, dass jemand mit einer Droge zusätzliche Leistung erbringt. Das Bewusstsein und die Selbsteinschätzung ändern sich. Dieser Schatten wurde, dank Alkohol, natürlich schon lange übersprungen. Trotzdem hält unsere Gesellschaft oberflächlich daran fest. Hinter den Kulissen werden nämlich kiloweise Drogen konsumiert.
Eine Legalisierung würde daran kaum etwas ändern. Es hätte aber viele Vorteile. Erstens könnte die Polizei das Katz und Maus-Spiel mit den Drogenhändlern beenden. Stattdessen könnte sich die Polizei vermehrt den Gewaltverbrechen zuwenden und Autofahrern, welche völlig betrunken und benebelt Autofahren. Zweitens könnten die Länder, wie Mexiko und Kolumbien, sich endlich dem Aufbau des Landes widmen, statt einen grossen Teil der Kräfte im Kampf gegen die Drogen zu verschwenden.

Lösungsansatz
Natürlich bräuchte es klare Regeln. Drogenkonsum in der Öffentlichkeit ist untersagt. In Mexiko ist etwa auch der Alkoholkonsum auf der Strasse und Parks untersagt (als kleine Zwischenbemerkung …). Nur Erwachsene könnten unter klar formulierten Bedingungen Drogen konsumieren. Menschen die Drogen konsumieren machen dies in eigener Verantwortung. Das heisst etwa, dass sie mehr Krankenkassenprämie bezahlen oder auch, dass sie gewisse Behandlungen, welche eindeutige durch den Drogenkonsum nötig werden, selbst übernehmen müssen.
Wie gross sind die Chancen, dass sich eine Legalisierung je durchsetzt? Nun ja, eigentlich gar nicht so schlecht. Mehrere auch rechtsbürgerliche Politiker haben sich in Europa unlängst für eine Kehrtwende ausgesprochen. Wie sieht es dagegen etwa in Mexiko aus? Pro Jahr erhält Mexiko eine Viertelmilliarde Dollar der USA. Früher war es sogar noch mehr. Ob wirklich der gesamte Betrag in den sogenannten „Drogenkrieg“ fliesst darf bezweifelt werden. Das ganze ist somit ein Riesen Geschäft, nicht nur für die Drogenclans. Warum sollte sich also etwas ändern?


 
 
 

Kommentar abgeben:

Sie müssen angemeldet sein um Kommentare abgeben zu können.


My Socialmedia