Killervirus?
Der ganze Medienhype um die Schweinegrippe könnte sich letztlich als Seifenblase erweisen. Zwar gibt es in etlichen Ländern Patienten, welche an der Grippe erkrankt sind. Doch bis jetzt sind einzig Mexikaner wegen des Virus gestorben. Selbst beim Todesfall in den USA handelt es sich um einen mexkanischen Buben. In Deutschland und Österreich geht es den Grippe-Patienten bereits schon wieder viel besser. Sie können die Spitäler demnächst wieder verlassen.
Gemäss den neusten Informationen aus Bern, geht es auch dem Schweizer Patienten in Baden recht gut. Die Krankheit kann – scheinbar relativ einfach – behandelt werden. Gemäss Thomas Zeltner, Chef des Bundesamtes für Gesundheit, sei die Schweinegrippe weniger agresiv als eine normale Grippe. Auch andere Experten stuffen die Gefährlichkeit als eher gering ein.
Ein Vergleich mit der spanischen Grippe, Anfang des letzten Jahrhunderts, ist schon rein deshalb nicht möglich, weil die Medizin seit dieser Zeit gewaltige Fortschritte gemacht hat.
Mexikos Gesundheitssystem
Natürlich stellt sich da die Frage, warum in Mexiko bis zu 150 Menschen an der Krankheit gestorben sind. Die Antwort dürfte vielschichtig sein. Ein wichtiger Grund ist das schlechte Gesundheitssystem. Wenn eine relativ harmlose Grippe nicht genügend behandelt werden kann, zeigt dies deutlich, dass etwas nicht stimmt.
Im aktuell laufenden Wahlkampf in Mexiko, ist dies natürlich Gift für die Regierungspartei. Deshalb ist die PAN von Präsident Felipe Calderon auch daran interessiert, die Schweinegrippe als hoch gefährliche Krankheit darzustellen. Würde die PAN eingestehen, dass sie nicht fähig war, angemessen auf die Grippe zu reagieren, dann würde sie wohl viele Parlamentssitze verlieren. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Mexiko kaum Daten an die WHO weiterreicht. Die Weltgesundheitsorganisation hatte sich entsprechend auch schon beschwert.
Andererseits muss man die Ausmasse des Landes im Auge behalten. Selbst wenn es letztlich 5’000 Erkrankungen in Mexiko-Stadt gäbe, wären es bloss 0,025% der Bevölkerung, die an der Shweinegrippe erkrankt wären. Bei der spanischen Grippe waren es 40% der Weltbevölkerung, welche den Virus in sich trugen.
Warnstuffe 5
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat gestern die Warnstuffe fünf ausgerufen. Dieser Schritt ist trotz der obigen Argumente zu verstehen. So will man die Ausbreitung der Grippe unterbinden. Dies ist letztlich wenig abhängig von der Schwere einer möglichen Erkrakung. Zudem war der mediale Druck in den letzten Tagen wohl zu gross, als dass man irgendwas riskieren wollte.

