Maulkorb für Ausländer

Bisher habe ich kein Land erlebt, in welchem die Regierung so viel Werbung Werbung der Stadtregierung von Mexiko-Stadtmacht, wie hier in Mexiko. Weder in West -noch in Osteuropa habe ich eine solche Propagandaflut des Gobiernos beobachtet. An vielen Wänden und Plakatstellen verbreitet hier die Regierung ihre Botschaften. Selbst im Radio und Fernsehen sind die Behörden in jedem Werbeblock präsent.
Während viele Projekte in Mexiko chaotisch und unkorrdiniert verlaufen, steckt hinter der Regierungswerbung ein klares Konzept. Dies beginnt Werbung der Mexikanischen Regierungbeim einheitlichen Erscheinungsbild (Corporate Design), und endet bei der schnellen Reaktion auf aktuelle Ereignisse. Es würde mich nicht wundern, wenn die Regierung amerikanische Marketingprofis mit den Kampanien beauftragt hätte. Aber auch ohne US-Profis dürfte die Propagandaflut Millionen verschlingen.

Paragraf 33 verhindert freie Rede
Die Regierung scheint der eigenen Dauerpräsenz in der Öffentlichkeit nicht ganz zu vertrauen. So ist es bis heute Ausländern verboten, sich politisch zu betätigen. Nachzulesen ist die in der Verfassung im Artikel 33. Kritik von “Extranjeros” gegen die Regierung kann demnach auch schon mal zur Landesverweisung führen. Prominentes Opfer der letzten Tage war der Sänger Manu Chao, wie Mexikanische Medien berichteten. Da er sich kritisch über Ausschreitungen zwischen der Polizei und Bürgern in San Salvador Atenco geäussert hatte, wurde ein Verfahren gegen ihn eingeleitet. Manu Chao sagte darauf ein Konzert in Mexiko ab.
Die Regierung hat versucht nun die Wogen zu glätten. Man habe den Sänger nie sanktionieren wollen, gab das Innenministerium bekannt. Persönlich denke ich, dass die Regierung einen Imageschaden im Ausland verhindern wollte. Den die Mitteilung erfolgte am Freitag, nachdem weltweit Medien über den Fall berichtet hatten. Nachdem Mexiko wegen des “Drogenkriegs” weltweit für negative Schlagzeilen sorgt, wollte man offenbar verhindern, auch noch wegen Einschneidung der Meinungsfreiheit in die Kritik zu geraten.


 
 
 

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