Einer der auszog um ein Visa zu beantragen (Teil 2)

Papierkrieg für ein VisumDies ist der zweite und letzte Teil der Geschichte. Ein Happy End gibt es jedoch nicht. Vielmehr ist fast unglaubliches passiert. Wobei, eigentlich war es ja zu erwarten.Am vergangene Montag hatte ich mich ja zum zweiten Mal in die Höhle – oder doch eher Hölle – der Migrationsbehörde begeben (siehe diesen Blog). Von zwei verschiedenen Herren wurden die Dokumente der Universität begutachtet. Alles in Ordnung. Nur die vollständige Kopie des Passes, auch die leeren Seiten, fehlt noch. Zudem muss der Betrag von 491 Pesos auf das Konto der Behörde überwiesen werden.

Sicher – aber ja
Die Kopie des Passes habe ich erstellt. Auch alle anderen Dokumente habe ich vervielfältigt. Der Betrag ist überwiesen. Jetzt kann ja nichts mehr schief gehen; oder doch? Nun ja. Nach einer halbe Stunden bin ich beim ersten Schalter an der Reihe. Der Beamte stempelt alle Papiere ab. Damit ist für die nachfolgenden Staatsbediensteten klar, dass die Kopien dem Original entsprechen.
Schalter 2: Nein, das Dokument der Universität genügt nicht. Alles was die Vorgänger gesagt haben gilt hier nicht mehr. Am Montag wurde versichert, dass das Papier der Uni genügt. Jetzt ist alles anders. Ich muss die Noten der Prüfungen, welche notabene erst stattfinden wenn mein Visum abgelaufen ist, vorbei bringen. Die Quadratur des Kreises? Wie soll das funktionieren? Damit aber nicht genug. Ich soll zur Schweizer Botschaft und meine PR-Fachmann Fachausweis, der in deutsch verfasst ist, auf Spanisch übersetzten lassen. Eine Forderung welche heute zum ersten Mal gestellt wurde.
Zur Wiederholung: Obwohl wir sämtliche Dokumente, welche am Montag gefordert wurden, und auf einer Checkliste aufgeführt sind, mitgenommen haben, wurden jetzt neue Forderungen gestellt. Forderungen, welche rein datumstechnisch nicht zu erfüllen sind. Auf die Frage meiner Begleitung, ob es danach sicher sei, dass ich das Visum bekomme, folgte ein lautstarkes “Si”. Damit war für mich die Sache erledigt. Und irgendwie bin ich auch froh. Lange Zeit war ich unentschieden, ob ich hier bleiben oder in die Schweiz zurück kehren soll. Nun werde ich den Rückflug am 25. April auch wirklich antreten.

Übersicht
Zeitdauer der Bearbeitung: 1. Tag bei der Behörde: “Es dauert 15 Tage” >> 2. Tag: “30 Tage” >> Heute: “60 Tage”
Kosten des Visums: 1. Tag: “Es kostet 2’600 Pesos” >> 2. Tag: “500 Pesos”
Papier der Uni: 2. Tag, drei Beamte sagen: “kein Problem, das Papier genügt” >> 3. Tag: “Descuple, sie brauchen das Zeugnis der nächsten Prüfung, und eine Übersetzung der Schweizer Diplome von der Schweizer Botschaft”


 
 
 

Kommentar abgeben:

Sie müssen angemeldet sein um Kommentare abgeben zu können.


My Socialmedia