Einer der auszog um ein Visa zu beantragen (Teil 1)

Papierkrieg für ein VisumNach Mexiko einzureisen und ein halbes Jahr zu bleiben, das ist nicht schwer. Wehe aber, man möchte 181 Tage bleiben. Dann wird es wirklich kompliziert. Dabei habe ich den Plan schon längst begraben, ein Arbeitsvisum zu beantragen. Dies ist nur möglich, wenn man ein Arbeitgeber vorweisen kann. Der Hund beisst sich quasi in den eigenen Schwanz, um es mal bildlich zu umschreiben.
Darum bemühe ich mich im Augenblick um ein Studentenvisum. Immerhin studiere ich ja auch an der grössten Uni von Mexiko. Auch dies erweist sich allerdings als kein einfaches Unterfangen. Konkret: bisher habe ich zwei Tage geopfert und viele Nerven verbraucht. Das Problem ist dabei ganz einfach. Jedes Büro des mexikanischen Verwaltungsapparats hat mindestens drei verschiedene Varianten, wie man ein Visa beantragen muss.

Weniger Zeit dafür günstiger
Dies hat zur Folge, dass immer ein Dokument fehlt. So fehlt ein Nachweis des Wohnungsinhabers, bei dem man wohnt. Zudem sollte man von jeder Seite des Passes eine Kopie mitbringen. Nicht nötig ist dagegen der Nachweis des Kontos. Zumindest bis zum nächsten Schalter. Da ist alles wieder anders. Denn jeder arbeitet mit anderen Checklisten.
So kostet denn das Visum, logischerweise, beim einen Schalter 2’600 Pesos. Beim anderen nur noch 500 Pesos. Beim dritten kommen dann aber nochmals 600 dazu. Das Problem ist wiederum, dass der Betrag nicht Bar sondern per Banküberweisung gezahlt werden muss. Andererseits hat sich die Bearbeitungsdauer von anfänglich 15 Tagen auf inzwischen 30 Tagen verdoppelt.

Ende nicht in Sicht
Der Stand nach zwei Tagen ist nun, dass ich dein drittes Mal die Migrationsbehörde aufsuchen muss, und ein viertes Mal ist wegen der zusätzlichen 600 Pesos nicht mehr als folgerichtig. Vom Visa bin ich gleich weit entfernt wie am ersten Tag. Am Mittwoch folgt der nächste Akt. Aber vielleicht kommt es auch gar nicht soweit. Schliesslich bin ich nebst einer möglichen Verlängerung meines Mexiko-Aufenthalts auch auf Jobsuche in der Schweiz. Und so wie ich die Situation im Augenblick einschätze, ist es einfacher von Mexiko aus ein Job in der Schweiz zu finden, als hier ein Studenten-Visum zu bekommen. Es bleibt spannend :-)


 
 
 

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