Wieder Tote …

news&commentsEigentlich könnte man jeden Tag über den Kampf gegen das organisierte Verbrechen schreiben. Das ich ausgerechnet heute den sogenannten Drogenkrieg kommentiere, hat mit der blutigen Nachrichtenlage zu tun. So wurden gestern über 50 Menschen getötet.Gleichzeitig hat der Polizeichef der Stadt Juárez seinen Rücktritt eingereicht, weil ihm offensichtlich von Seiten der Drogenkartelle massiv gedroht wurde.
Mit der neusten Gewaltwelle seien seit Anfang Jahr über 1’000 Menschen umgebracht worden, berichten Zeitungen. Diese Zahl wurde im letzten Jahr erst im April erreicht.

Drogenmafia am Ende?
Es scheint nicht also nicht, dass die Drogenmafia geschwächt ist. Die Voraussagen von Präsident Felipe Calderón, dass dies die letzten Atemzüge des organisierten Verbrechens sind, wirken doch eher unglaubwürdig. Die Frage lautet eher, hat der US-Geheimdienst recht, wenn er vor einem Zusammenbruch des mexikanischen Staats warnt, oder wird sich das massive Aufgebot von Polizei und Militär gegen die Drogenclans doch noch irgendwann auszahlen?

Wahlen als Vertrauensfrage
Wie die Bevölkerung die Situation bewertet, zeigt sich bei den Parlamentswahlen. Falls Calderóns PAN eine Niederlage einsteckt, zeigt dies, dass das Volk die Situation anders einschätzt als er. Die einen werden das Vorgehen des Präsidenten nicht goutieren, weil sie ihm die Schuld für die Eskalation der Gewalt geben. Andere wiederum werden gegen die Partei des Präsidenten stimmen, weil für sie die wirtschaftlichen Probleme wichtiger sind, als der Kampf gegen den Drogenhandel.
Die Palamentswahlen haben zwar unmittelbar keinen Einfluss auf die Regierungsarbeit. Sie dürften allerdings Calderón als Stimmungsbarometer dienen. Was die Bevölkerung von seiner Politik hält, im Juli wird es sich zeigen.


 
 
 

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