Ich traf Peter im Paradies

Die ganze vergange Woche habe ich am Meer verbracht. Um genau zu sein am Pazifik in Süden Mexikos. Besonders die Ortschaft Zipolite ist ein Besuch wert. Einerseits wegen des schönen Strands. Andererseits weil man hier auf richtig Alt-Hippies trifft. Diese dürften fast die Hälfte der Dorfbevölkerung ausmachen. Einer der Hippies ist Peter aus dem bernischen Unterseen.

Das Gespräch mit ihm kam rein zufällig in einem Restaurant zu Stande. So sprach er mit seinem Hund Schweizerdeutsch. Zuerst hielt ich mich zurück und überlegte mir, ob ich ihn überhaupt ansprechen soll. Den er erinnerte mich, vom Äusseren her, irgendwie an Robinsons Crusoe. Letztlich war die Neugierde jedoch stärker. So kamen wir ins Gespräch. Peter erzählte, dass er vor 30 Jahren nach Mexiko kam und hier sein Zelt, im Übertragenen Sinn, aufschlug. Dabei hat er Mexiko von sämtlichn Seiten kennen gelehrnt.

Überfallen in Mexiko-Stadt
Dazu gehört auch den Überfall, welchen er in der Hauptstadt miterlebet. Er sei in den 30 Jahren nie auf der Strasse überfallen oder ausgeraubt worden. In einer Privatwohnung in Mexiko-Stadt ist es jedoch passiert. Mehrere Bewaffnete hätten die Wohnung gestürmt, in welcher er wohnte. Peter sei in seinem Zimmer überrascht worden. Der Gangster hielt ihm die Pistole an den Kopf. Peter gingen in diesem Augenblick traumatische Bilder durch den Kopf. So wurde bei einem anderen Übrfall auf seinen Kumpel geschossen, der nun im Rollstuhl sitzt. Doch Peter kam nochmals mit dem blauen Auge davon. Ausser den Dingen, welche gestohlen wurden, sei nichts weiter passiert.

Zahlen bekommen ein Gesicht
Die Erzählungen Peters waren sehr eindrücklich. So kannte ich zuvor die Kriminalstatistiken Mexikos. Wenn jedoch die Zahlen ein Gesicht bekommen, ist dies natürlich viel Eindrücklicher. Auch sonst hat mir Peters Leben gezeigt, dass es in Mexiko nicht einfach ist. Die gestiegenen Preise für Lebensmittel habe er auch direkt zu spürren bekommen. So führt Peter eine eigene Bäckerei und Konditorei in Zipolite. Die Margen für das Brot seien in den letzten Monaten massiv gesunken, denn die Vervierfachung des Getreidepreises könne er schliesslich nicht direkt an die Kunden abwälzen. Peter hat aber einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Mexikanern. So geht er jeweils für mehrere Monate zurück in die Schweiz und arbeitet dort. Mit dem Geld das er in Mexiko verdiene, könne er sich die Reisen im Land nicht leisten. Der Lohn würde gerad einmal für das Bier und die Tacos reichen.

Soweit die Begegnung mit Peter. Übrigens der Titel bezieht sich auf die Landschaft in Zipolite. Kilometerweise Strand, blaues Meer und Palmen …

Die Bilder zeigen den Strand und die Umgebung von Zipolite, mein “Hotel” und die Provinz-Metropole Pochutla.



 
 
 

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